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Biotodoma spec.!

UPD: 01.05.08



Autor & Copyright: Jochen Grad (D 87 2433), Bericht aus "DCG-Info 18(9) 1987" Seite 176-177 DCG

Pflege und Zucht von Biotodoma spec.

Die Biotodoma-Arten gehören in die Verwandtschaft der südamerikanischen Erdfresser (Geophagus). Schwanzstreifen- buntbarsche, so ihr deutscher Name, werden heute nur selten im Zoofachhandel angeboten. Daher musste auch ich längere Zeit suchen, bis ich diese Cichliden endlich erwerben konnte.

Es waren fünf Wildfänge aus Guyana, die etwa fünf Zentimeter maßen. Zusammen mit gleich großen Satanoperca jurupari und Gymnogeophagus rhabdotus kamen sie in ein 300 Liter fassendes Becken. Die Fische waren ziemlich stark abgemagert und gingen am Anfang nur schlecht ans Futter. Nach ein paar Tagen hatten sie sich dann doch einigermaßen erholt. Jetzt begannen sie auch, etwas mehr zu fressen, doch gierige Fresser waren sie nicht und sind es bis heute auch nicht geworden. Nur bei der Fütterung mit Mückenlarven oder wurmartigem Futter konnte ich eine erhöhte Fresslust beobachten.

Wochen vergingen, die Tiere wuchsen nur langsam, man konnte auch keinerlei Imponiergehabe oder Gesten gegenseitigen Interesses feststellen. Sie ließen ihre Artgenossen in Ruhe und behelligten auch die anderen Beckeninsassen nicht.

Biotodoma cupido

Das änderte sich aber dann schlagartig. Die Biotodoma spec. hatten inzwischen eine Größe von sieben bis zehn Zentimetern erreicht. Nun konnte man die Geschlechter auch deutlich unterscheiden. Ich hatte ein Männchen und drei Weibchen, ein Tier war auf mir unerklärliche Weise verschwunden. Das einzige Männchen schwamm nun richtig demonstrativ durch das Becken. Die Weibchen hatten Reviere gebildet und verteidigten sie gegen die Artgenossen. Die anderen Beckeninsassen wurden aber weiterhin nicht beachtet. Da die immer aufdringlichen G. rhabdotus die Positionskämpfe störten, entschloss ich mich, die vier Biotodoma in ein separates Becken zu setzen.

Da in der verschiedensten Literatur Biotodoma als Offenbrüter, Höhlenbrüter, ja sogar als larvophiler Maulbrüter beschrieben wurden, richtete ich das Becken so ein, dass die Tiere alle Möglichkeiten vorfanden, um auf einem geeigneten Substrat abzulaichen. Ich stattete das Becken mit flachen Steinen, Wurzeln und Höhlen aus umgedrehten Blumentöpfen aus.

Biotodoma cupido

Es war dann auch bald klar, dass es sich um Höhlenbrüter handeln musste, denn die Weibchen bezogen kurz nach dem Einsetzen die angebotenen Blumentöpfe. Sie verteidigten ihre Reviere rund um die Höhlen recht heftig. Ich fütterte nun noch reichlicher mit Mückenlarven und Wasserflöhen. Schon bald konnte man bei den Weibchen einen deutlichen Laichansatz sehen.

Das Männchen hatte sich bis jetzt aus den Revierstreitigkeiten herausgehalten. Nun interessierte es sich ganz deutlich für das Weibchen mit dem kräftigsten Laichansatz. Es begann, lateral zu imponieren, und zeigte seine schönsten Farben. In der Zwischenzeit hatte ich vier kleine Mesonauta festivus hinzugesellt, die nun ebenfalls aus dem zukünftigen Brutrevier vertrieben wurden. Mehr als gelegentliches Imponieren konnte man aber von der Balz nicht beobachten. Auch der Laichvorgang vollzog sich, für meine Augen unsichtbar, in der Höhle. Ich konnte eigentlich nur vermuten, dass die beiden Biotodoma abgelaicht hatten, denn das Weibchen hielt sich jetzt ausschließlich in seiner Höhle auf. Selbst zur Fütterung erschien es nicht außerhalb. Das Männchen verteidigte das umliegende Gebiet recht aggressiv, so dass die anderen Beckeninsassen nur noch einen kleinen Raum zur Verfügung hatten.

Am fünften Tag sah ich dann die ersten Larven in einer Mulde innerhalb der Höhle zappeln. Jetzt kam das Weibchen auch wieder kurzfristig zum Fressen heraus. Nach weiteren sechs Tagen schwammen die Jungen zum erstenmal frei. Sie wurden von beiden Eltern im Becken umhergeführt. Die Jungfische waren recht winzig - so, wie ich das von Apistogramma-Arten her kannte.

Obwohl die Wasserwerte mit einem pH-Wert von 7,9 und einer Gesamthärte von 22 Grad für viele Südamerikaner nicht unbedingt ideal sind, fühlen sich meine Biotodoma recht wohl. Schwanzstreifenbuntbarsche gehören nicht zu den plakativ gefärbten Fischen; sie bestechen vielmehr durch ihre extravagante Form und durch ihr vornehm wirkendes Farbkleid.

Autor & Copyright: Jochen Grad (D 87 2433), Bericht aus "DCG-Info 18(9) 1987" Seite 176-177 DCG

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