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Satanoperca daemon!

UPD: 01.05.08



Autor & Copyright: Radoslaw Bednarczuk, Bericht aus "Aquarium live Nr.3/2005" Seite 50-57 Bede-Verlag

Es ist relativ leicht, diese Art zu bestimmen, und zwar anhand folgender Merkmale:

Satanoperca daemon

Außer den erwähnten zwei seitlichen Flecken ist auch eine Art "Auge" zu erkennen - ein von blauweißen, glänzenden Schuppen umgebener schwarzer Fleck am Ansatz der Schwanzflosse. Bei älteren Fischen ist der unterste Teil der Schwanz- und Afterflosse hellrot oder orange gefärbt. Die ersten Weichstrahlen der Rückenflosse formen lange, schwarze Fäden, die oft über diese hinausragen. Die Dreifleckerdfresser, S. daemon, sind mit goldblau opalisierenden Schuppen bedeckt. An den Kiemendeckeln sowie am Maul befindet sich ein hellblau schimmerndes Muster, während der Körper der Fische olivgrün ist. Diese Juruparoiden zeigen ihren Gemütszustand mittels schnell aufeinander folgender Farbwechsel. Bei dieser Art sieht man die gute oder schlechte Stimmung, Erregung und Angst quasi Schwarz auf Weiß, die Farbpalette ist überwältigend. In erregtem Zustand gewinnt die Körperfärbung sowie das Schwarz der beiden seitlichen Flecken an Intensität. Zweifelsfrei ist es einer der buntesten - wenn nicht der bunteste - Vertreter der Gattung Satanoperca. Beobachtet man das Verhalten dieser Fische, so kann man sie als verhältnismäßig ruhig bezeichnen. Trotzdem kommt es manchmal zu Konflikten zwischen rivalisierenden Männchen, jedoch ohne solche Anmut und Raffinesse wie bei S. leucosticta. Meist gehen sie gleich zum direkten Angriff über (z. B. dem Maulzerren), was häufig zu mehr oder weniger schlimmen Schäden am Maul und bei Bissen in der Schwanzflossengegend führt. Nicht selten kommt es vor, dass zur Fütterungszeit das dominante Männchen sein Revier markiert, indem es alle anderen Gruppenmitglieder vertreibt, um das Futter für sich allein zu gewinnen. Dies gilt in manchen Fällen auch für mehrere Männchen. Aus diesem Grund sollte man die Nahrung gleichmäßig auf das ganze Aquarium verteilen, anstatt es an einem Punkt zu geben, um den rangniederen Individuen den Zugang zum Futter nicht zu erschweren. Aggressionen gegenüber Artgenossen gehen meist von Männchen aus, was zu ihren charakterlichen Merkmalen gehört. Die beste Lösung besteht darin, die Fische in Gruppen von etwa fünf bis zehn Fischen zu halten, da sich diese Dominanz dann auf die ganze Gruppe verteilt. Wegen der ganz spezifischen Ansprüche an das Wasser ist es am günstigsten, sie in einem getrennten, geräumigen Aquarium zu halten. Auch ist es nicht nötig, ihnen Gesellschaftsfische hinzuzusetzen, da sie von Natur aus nicht so scheu sind wie die übrigen Juruparoiden (z. B. S. jurupari und S. leucosticta).

Aquarium, Wasseraufbereitung und Ausstattung

Das Aquarium sollte so groß sein wie nur möglich, da die Fische stattliche Ausmaße erreichen. In freier Wildbahn wurden schon Fische von etwa 30 cm Länge beobachtet. Das ideale Aquarium sollte also mindestens 150 cm lang und etwa 6o cm breit sein. sich schwächere Fische sicher fühlen und Weibchen vor etwaigen Nachstellungen der Männchen fliehen können, sollten Sie den Behälter mit mehreren Versteckmöglichkeiten versehen, beispielsweise in Form von Wurzeln oder Moorkienholzstücken. Aus meinen Beobachtungen weiß ich, wie schlecht gerade die Satanoperca daemon einen Mangel an Sauerstoff vertragen. Deswegen muss der Aquarianer unbedingt an eine optimale Belüftung des Aquariums denken, dabei jedoch darauf achten, dass die Strömung durch Diffusor oder Innenfilter nicht zu stark wird, da die Fische in der Natur eher ruhige Gewässer bewohnen. Man könnte die dort herrschenden Wasserparameter schon als extrem bezeichnen: der pH-Wert schwankt zwischen 4,5 und 5,3 und die Karbonathärte ist zu gering, um sie noch messen zu können. Deshalb ist es besser, die Wasserqualität über seinen elektrischen Leitwert zu bestimmen. Die Mineralstoffkonzentration ist sehr gering und verursacht einen Leitwert von 10 bis 3o NS/cm. Eine gute Nachricht ist wohl, dass man junge und noch nicht ganz ausgewachsene Fische mit Erfolg auch in Wasser mit pH-Werten um 6,0 bis 6,8 bei einer Karbonathärte von bis zu etwa 5 halten kann. Was die physikalischen Verhältnisse angeht, so schwankt die Temperatur in meinem Aquarium zwischen 28 und z9° C. Die beste Lösung, aber wegen des hohen Wasserverbrauchs wohl auch die am wenigsten ökonomische, ist die Verwendung einer Umkehrosmoseanlage (Reverse Osmosis). Nicht nur, dass sie das Wasser entkalkt, sie reinigt es auch von schädlichen chemischen Verbindungen wie Schwermetallen und Stickstoffverbindungen. Man darf jedoch auch nicht vergessen, das Wasser allwöchentlich zu mindestens 30 % auszutauschen und dabei darauf zu achten, dass sich die Wasserparameter nicht verändern. Ich habe beobachtet, dass die Erdfresser bei einer Überschreitung der Stickstoffkonzentration schon um 30 mg/l deutliche Vergiftungssymptome zeigen. Anfangs reiben sie sich an Gegenständen, später stehen sie bewegungslos an einer Stelle oder ruhen in Gruppen am Boden. Auch verlieren ihre Farben an Leuchtkraft. Die Fische werden scheu und apathisch und nehmen nur ungern Nahrung auf. Ein längerer Verbleib unter solchen Verhältnissen kann zu ernsthaften Krankheiten wie Bauchwassersucht oder Lochkrankheit führen.

Das Futter-Grundlage des Erfolgs

Eine ihrer Lieblingsfuttersorten ist Spirulina platensis in Flockenform, das sie regelrecht aus der Hand fressen und dabei fast aus dem Aquarium springen, um den größtmöglichen Happen zu erwischen. Ich reiche auch andere Trockenfuttersorten, meist als Granulat, auf der Basis von Fisch, Schalentieren, Weichtieren und verschiedenen Pflanzensorten. Dieses künstlich hergestellte Futter stellt jedoch nur eine Ergänzung des täglichen Menüs dar, das aus Schwarzen Mückenlarven, ausgewachsenen Artemien, Weißen Mückenlarven, Wasserflöhen und Hüpferlingen besteht. Dieses verfüttere ich jedoch immer zusammen mit 5o und auch mehr Prozent gemahlenem Spinat. Damit wir uns an ihren Regenbogenfarben und ganz besonders am Orangerot erfreuen können, sollte man den Fischen die entsprechende Dosis Karotinoide sichern, die unter anderen in Spirulina, Garnelen und Krill vorkommen. Deswegen kann man ihr Menü auch um das bei afrikanischen Maulbrütern bewährte Shrimp-Mix ergänzen (bestehend aus grünen Erbsen, Spirulina, Garnelen). Angesichts seiner guten Verdaulichkeit und des hohen Nährwerts ist es eine gute Ergänzung ihrer täglichen Ernährung. Zusätzlich füge ich dem Futter sowie dem Aquariumwasser Vitamine in Tropfenform zu, die das gute Allgemeinbefinden der Fische fördern und sie vor einer eventuellen Erkrankung an Lochkrankheit bewahren. Leider steigert ihr enormer Appetit die Konzentration der Stoffwechselprodukte wie Stickstoffe und Phosphate im Aquarienwasser, weswegen man um den häufigen und umfangreichen Wasserwechsel nicht herum kommt.

Gesundheitliche Probleme durch Bauchwassersucht und Lochkrankheit

Die Schwierigkeiten bei der Haltung von Satanoperca daemon werden nicht nur von ihren spezifischen Ansprüchen an das Wasser verursacht, die man ihnen sichern muss, sondern auch von der Anfälligkeit dieser Art für die Bauchwassersucht (engl. neotropical bloat) und die Lochkrankheit HITH (engl. hole in the head disease). Der einzige Trost liegt wohl im geringen Ansteckungsrisiko für gesunde Individuen, es sei denn ihre Lebensbedingungen ändern sich nicht. Die Bauchwassersucht ist eine opportunistische Krankheit. Darunter versteht man Mikroorganismen, die zur normalen Flora des Fischs gehören und erst im Falle einer Immunschwäche Krankheitssymptome verursachen. Sie greifen gewöhnlich schwache, gestresste Fische an oder auch solche, die unter schlechten Bedingungen gehalten werden. Dies ist beispielsweise hartes, alkalisches Wasser mit überschrittenen Konzentrationswerten von Stickstoffverbindungen, falsche Fütterung (zu nahrhaftes Futter wie Tubifex, Säugetierfleisch, Enchyträen, Regenwürmer, Rote Mückenlarven), aber auch Stress, verursacht durch Aggression außerhalb oder innerhalb der Art.

Die Symptome dieser Krankheit sind vor allem:

das Reiben des Körpers an Gegenständen, manchmal verbunden mit einem Zittern, als wollten die Fische etwas los werden, seitliche Wiegebewegungen, Apathie, Appetitlosigkeit, beschleunigte Atmung und natürlich ein Anschwellen des ganzen Körpers (als Folge des sich Füllens des Bauchs mit Flüssigkeit), aber auch weißer, fädiger, sich ziehender Kot. Die einzige gute Nachricht ist, dass man im Kampf mit dieser Angelegenheit nur die infizierten Individuen einer Behandlung unterziehen muss, ohne die Notwendigkeit, die ganze Fischbesatzung zu verarzten. Man kann eine Symptombehandlung mit Metronidazol und Nifurpirinol durchführen (z. B. mit Bactopur DIRECT sera). Diese Medikamente wirken auf eine breite Palette von Mikroorganismen. Man führt die Behandlung am besten in einem getrennten Aquarium mit ähnlichen Wasserparametern durch, wie sie auch im gemeinschaftlichen Aquarium herrschen. Man kann die Behandlung in zwei Phasen durchführen, auch wenn die Heilung schon nach der ersten Phase erfolgt ist. Die Medikamente werden wie folgt dosiert: 3600 mg Metronidazol und 82,8 mg Nifurpirinol auf jeweils 100 Liter Wasser. Nach 48 Stunden wird ein Drittel der Ausgangsdosis verabreicht und nach weiteren 48 Stunden 50 % des Wassers ausgetauscht. Den Rest filtert man durch Aktivkohle. Nützlich ist es auch, das Wasser der Fische mit UV-C-Licht zu bestrahlen. Während der medikamentösen Behandlung kann man auch Vitamintropfen anstelle der Kohle verwenden. Um die Fische nicht unnötig anzustrengen und damit zu stressen, sollte die Strömung im Behälter nicht zu stark sein, daher ist es besser, einen herkömmlichen Belüftungsstein zu wählen, der das Wasser gut mit Sauerstoff versorgt. Das ist besonders wichtig, um das Sauerstoffdefizit während der Behandlung auszugleichen. Der kranke Fisch braucht absolute Ruhe. Hilfreich ist es beispielsweise, das Aquarium mit Zeitungspapier abzudecken, um es zu verdunkeln. Während sich der Fisch im "Heilbad" aufhält, sollte er nicht gefüttert werden, da die erhöhte Stickstoffkonzentration die Wirkung der Medikamente beeinflusst. Nach vier Tagen wird die Behandlung wiederholt. Erst danach kann der oder können die betroffenen Fische in das ursprüngliche Aquarium zurückgesetzt werden. Die oben angegebene Dosierung der Medikamente wird unterschiedlich vertragen. Deshalb ist es besser, die Fische während der Behandlung gut zu beobachten, die Behandlung im Fall von Komplikationen abzubrechen und die Menge der Medikamente um beispielsweise 50 % zu verringern. Eine weitere Krankheit, an der die Dreifleckerdfresser erkranken können, ist die Lochkrankheit. Sie äußert sich durch Hautläsionen, die meist in der Kopfregion auftreten, hauptsächlich um die Augen und das Maul herum. Leider kann es durchaus auch Wochen und Monate dauern, bis die Wunden verheilt sind und sich das geschädigte Gewebe regeneriert hat. Manchmal kommt es in den Hautlöchern auch erneut zu bakteriellen Infektionen oder sekundären Pilzerkrankungen. Eine völlige Heilung kann möglicherweise gar nicht stattfinden, so dass der Fisch jahrelang in einem Zustand der vorübergehend gelinderten Krankheitssymptome lebt. Die Behandlung dieser Krankheit besteht größtenteils aus vorbeugenden Maßnahmen, indem wir den Fischen optimale Lebensbedingungen bieten und bedingungslos auf den geringen Nitrit-, Nitrat- und Ammoniumgehalt des Wassers achten. In diesem Sinne ist es besonders wichtig, für gute Hygiene in unserem Aquarium zu sorgen, was mit regelmäßigem Mulmabsaugen des Behälters sowie dem Sauberhalten der Filtermedien - wie Schwamm oder Watte-verbunden ist. Ganz wichtig ist auch eine maßvolle Fütterung, damit kein Futter am Boden liegen bleibt. Und natürlich nicht zu vergessen: der allwöchentliche 3o bis 40 %ige Austausch des Wassers, das die gleiche Temperatur und vor allem die gleichen Parameter (sauer und weich) haben muss. Sinnvoll ist es außerdem, entsprechende Vitaminpräparate zu reichen. Die Vitamine A und C, die den Wiederaufbau der Haut fördern, sollten sowohl dem Futter als auch dem Aquarienwasser beigefügt werden. Die Nahrung sollte grundsätzlich reich an pflanzlichen Bestandteilen sein wie Spinat. Man kann auch versuchen, einen Shrimp-Mix selbst herzustellen oder anderes Futter auf der Basis von Fisch oder Schalentieren anzubieten. Die Fische brauchen Ruhe, daher können ihnen bei einem Übermaß an Männchen so genannte Zielfische zugesellt werden. Manchmal haben ähnliche Verletzungen der Haut oder des Knorpelgewebes in der Kopfgegend, jedoch eine andere Ursache, sie können nämlich von einem Befall durch Hexamita verursacht worden sein (das sind Parasiten der Gattungen Spironucleus und Octomitus). Um deren Bestand deutlich zu senken, wendet man bei den infizierten Fischen Metronidazol (beim Tierarzt erhältlich) in hoher Dosis wie folgt an: ein Bad in 3600 bis 5000 mg auf 100 Liter Wasser über drei Tage, danach folgt ein Austausch von der Hälfte bis zwei Drittel des Wassers. Nach einer Woche ist die Behandlung zu wiederholen und das Medikament außerdem über den ganzen Behandlungszeitraum einmal täglich mit dem Futter zu reichen. Hierzu lässt man Granulatfutter in 125 bis 250 mg Metronidazol, das vorher in einer geringen Menge Wasser aufgelöst wurde, aufquellen. Zur Bekämpfung dieser Parasiten kann man auch das in Aquaristikgeschäften erhältliche Mittel "Hexa-Ex Tetra" verwenden. Oft kommen beide Erkrankungen gleichzeitig vor, deshalb sollte sofort nach der Entdeckung der Löcher im Gewebe der Fische die oben genannte Behandlung mit Metronidazol gegen diese Darmflagellaten durchgeführt werden. Vorbeugen ist besser als heilen, an diesen Grundsatz sollte man sich immer halten. Kurz zusammengefasst: Stress im weiteren Sinne, verursacht durch dominante Männchen, die die übrigen Fische terrorisieren, ungünstige Wasserverhältnisse sowie eine zu hohe Konzentration an Stoffwechselendprodukten führen über kurz oder lang zu Bauchwassersucht und Lochkrankheit.

Die Fortpflanzung

Die Dreifleckerdfresser sind isomorph (kein Geschlechtsdimorphismus) und werden, ähnlich wie andere Juruparoiden, im Alter von zwei bis drei Jahren geschlechtsreif. Es gibt nur spärliche Berichte von erfolgreicher Zucht. Die vorhandenen sind nicht sehr informativ. So ist es wohl kaum jemandem gelungen, eine neue F1-Generation der Dreifleckerdfresser unter künstlichen Bedingungen weiterzuvermehren. Die Ursache liegt an der großen Empfindlichkeit der Jungfische, was die Wasserqualität angeht, ganz zu schweigen von der Schwierigkeit, die Fische überhaupt zum Laichen zu bringen. Satanoperca daemon betreiben eine noch raffiniertere Brutpflege als dies bei anderen Juruparoiden der Fall ist. Die Fortpflanzung sieht wie folgt aus: Satanoperca daemon tun sich zu Paaren zusammen, werden während der Balz aggressiver und terrorisieren die übrigen Aquarienmitbewohner. Aus diesem Grund sollte man ihnen besser einen getrennten Behälter zur Verfügung stellen. Die Weibchen bekommen einen rundlichen Bauch und sehen gewöhnlich kräftiger aus. Sie initiieren das Graben von Löchern im Sand und werben aktiv um die Männchen, die wiederum das Revier vor potenziellen Eindringlingen verteidigen. Die Phase vor der eigentlichen Paarung ist typisch für Maulbrüter. Während der Balz und deren Vorbereitungen werden meist viele Sandlöcher gegraben, von denen einige einen Durchmesser von gut 6o cm erreichen, so dass häufig der Boden des Aquariums sichtbar wird. Diese Phase des Löchergrabens dauert in der Regel ein paar Tage und endet meist (was jedoch keine Regel ist) mit der Eiablage. Hierbei legt das Weibchen 15 bis 18 hellgraue, eiförmige Laichkörner in einem Schub, deren Durchmesser 1 mm nicht überschreitet. In dieser Zeit befruchtet das Männchen den Laich mit seiner Samenflüssigkeit, zwischendurch bewacht es sein Revier vor möglichen Eindringlingen. Die Laichzeit dauert normalerweise etwa anderthalb Stunden, in denen das Weibchen insgesamt 150 bis 300 Eier legt. Innerhalb einiger Stunden nach dem Laichen wird das Gelege mit einer 3,2 bis 4,5 cm dicken Sandschicht bedeckt. Als Bodengrund ist hierfür feiner Kies geeigneter, da Sand die Sauerstoffzufuhr zum Laich behindert und dessen Entwicklung hemmt. Nach dem Zuschütten des Geleges nimmt das Weibchen ihren Platz über ihm ein und verbesserte die Sauerstoffversorgung des Laichs, indem es durch kräftiges Fächeln mit seinen Brustflossen die Wasserzirkulation verstärkt. In diesem Zeitraum verteidigt das Männchen das Territorium. Das dauert drei Tage. Obwohl die Wasserqualität nichts zu wünschen übrig ließ, da es sehr weich mit einem pH-Wert von 4,5 und 30 bis 31 °C warm war, wurde der Laich auch bei meinem zweiten Versuch nicht ausgegraben. Ein anderes Mal schüttete das Brutpaar zwei Sandhaufen auf, zwischen denen sich eine Kuhle befand. In diese legte das Weibchen letztendlich die o,8 mm großen, klebrigen Eier, die dort Klumpen bilden. Gegen Ende der Laichzeit deckten die Eltern sie mit einer 5 cm dicken Bodenschicht zu. Als sie nach 76 Stunden von den Eltern wieder freigelegt wurden, waren dort bereits winzige Larven mit verhältnismäßig langen Schwänzen zu entdecken, die dann von den Elterntieren an einen anderen Ort gebracht wurden, wo diese sie wiederum mit einer Schicht Sand bedeckten. Am Ende befreite sich die Brut nach etwa sechs Tagen selbständig von dem sie bedeckenden Bodengrund. Bald darauf wurden die Jungen mit frisch geschlüpften Artemia-Larven gefüttert, so dass sie nach vier Wochen etwa 2,5 cm maßen und schon größere Nahrung zu sich nehmen konnten. Die Zucht der S. daemon ist auf jeden Fall eine Herausforderung. Entscheidenden Einfluss haben hierbei folgende Bedingungen: ein zwei bis drei Jahre altes, passendes Pärchen (es kann passieren, dass man es versehentlich mit zwei Weibchen zu tun hat), die entsprechende Wasseraufbereitung, also die richtigen Verhältnisse von Temperatur sowie chemischer und mikrobiologischer Zusammensetzung des Wassers, und letztendlich der richtige Bodengrund - feiner Kies anstelle des Sandes. Die genannten Ausführungen belegen, dass die Fortpflanzungsstrategien von S. daemon noch nicht endgültig erforscht sind und die sie betreffenden spärlichen Informationen lediglich Empfehlungen sind, die Ihnen dabei helfen können, diese prachtvolle Art zum erfolgreichem Laichen zu bringen.

Nachwort zu den drei Artikeln

Die Lebensbedingungen, die wir den Arten der Gattung Satanoperca bieten müssen, sind aus dem Gesichtspunkt des Aquarianers recht schwierig. Nicht nur, dass man ihnen ein besonders großes Aquarium zur Verfügung stellen und das Wasser eine exakt festgelegte Zusammensetzung haben muss, ganz zu schweigen von der Zubereitung des richtigen Futters. Auch sind sie nicht unempfindlich für Erkrankungen wie Bauchwassersucht und Lochkrankheit. All das kann so manchen von ihrer Haltung abhalten. Trotzdem gibt es Menschen, zu denen auch ich gehöre, die dem Reiz dieser Fische verfallen sind und ihr ungewöhnliches Verhalten, bemerkenswertes Aussehen sowie interessante Fortpflanzungsmethoden ein Lohn sein können für die Mühe, der die Pflege dieser Zierfische bedarf.

Ich bin fest davon überzeugt, dass auch Ihnen die Pflege der Erdfresser sowohl eine Quelle von Befriedigung wie auch eine Herausforderung sein wird. Möglicherweise wird es Ihnen über Jahre hinweg nicht gelingen, sich aus dem Bann dieser Fische zu befreien. Als Ergänzung der obigen Artikel kann die Internetseite www.radbed.com behilflich sein. Hier finden Sie eine reiche Auswahl an Fotos und Filmaufnahmen aus dem Leben der südamerikanischen Erdfresser der Gattung Satanoperca.

Steckbrief sowie weitere Fotos >>

Autor & Copyright: Radoslaw Bednarczuk, Bericht aus "Aquarium live Nr.3/2005" Seite 50-57 Bede-Verlag

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